Was kostet eine Photovoltaik-Anlage?

„Was kostet eine Photovoltaik-Anlage?" ist die erste Frage, die uns fast jeder stellt – und die einzige, die sich seriös nicht mit einer Zahl beantworten lässt. Zwei Häuser in derselben Straße können bei gleicher Modulanzahl unterschiedliche Angebote bekommen, ohne dass eines davon überteuert wäre. Damit du Angebote trotzdem beurteilen kannst, zeigen wir dir, woraus sich der Preis zusammensetzt und an welchen Stellen die Unterschiede entstehen.
Woraus setzt sich der Preis einer PV-Anlage zusammen?
Eine PV-Anlage ist kein Gerät, das man kauft, sondern eine Anlage, die gebaut wird. Entsprechend besteht der Preis aus mehreren Blöcken:
- Module – der Posten, an den die meisten zuerst denken, aber längst nicht der größte.
- Wechselrichter – das Herz der Anlage. Hier entscheidet sich, ob später ein Speicher passt und wie gut du deine Erträge im Blick hast.
- Unterkonstruktion – Dachhaken, Schienen, Klemmen. Hängt direkt von deiner Dacheindeckung ab.
- Elektroinstallation – Leitungswege, Absicherung, Überspannungsschutz und vor allem der Zählerschrank.
- Montage – Arbeitszeit, Gerüst, gegebenenfalls Hebebühne.
- Planung und Anmeldung – Auslegung, Netzbetreiber, Marktstammdatenregister, Inbetriebnahme.
Wenn zwei Angebote weit auseinanderliegen, liegt es fast nie an den Modulen. Es liegt daran, dass ein Angebot Positionen enthält, die im anderen fehlen – und die später trotzdem anfallen.
Warum beeinflusst das Dach den Preis am stärksten?
Ein freistehendes Satteldach mit gut zugänglicher Ziegeleindeckung ist der einfachste Fall. Teurer wird es, wenn das Dach schwer erreichbar ist, wenn Gauben, Kamine und Dachfenster die Fläche zerschneiden, wenn eine Eindeckung Spezialhaken verlangt oder wenn ein Gerüst über mehrere Seiten nötig ist. Auf dem Flachdach kommen Ballastierung und Aufständerung dazu, dafür entfällt das Arbeiten auf der Schräge.
Deshalb ist ein Preis, der ohne Blick aufs Dach genannt wird, immer nur eine Hausnummer. Wir schauen uns die Situation an, bevor wir eine Zahl schreiben – nicht, um Zeit zu schinden, sondern damit die Zahl am Ende auch hält.
Muss der Zählerschrank bei einer PV-Anlage getauscht werden?
Mit dem Anschluss einer PV-Anlage muss die Zähleranlage dem aktuellen technischen Standard entsprechen. Ältere Schränke müssen dafür häufig komplett erneuert werden, neuere lassen sich oft nachrüsten. Das ist keine Erfindung der Handwerker, sondern Vorgabe – aber es ist der Punkt, an dem günstige Angebote gerne schweigen. Frag deshalb bei jedem Angebot konkret nach: Ist die Anpassung des Zählerschranks enthalten, und was passiert, wenn sie nötig wird?
Mit oder ohne Stromspeicher kaufen?
Ein Stromspeicher ist der größte einzelne Aufpreis, den du treffen kannst – und gleichzeitig der Punkt, der deinen Eigenverbrauch am stärksten hebt. Ob er sich lohnt, hängt weniger vom Preis als von deinem Verbrauchsprofil ab: Wer tagsüber zu Hause ist und Strom verbraucht, während die Sonne scheint, braucht weniger Speicher als ein Haushalt, in dem der Verbrauch abends stattfindet.
Woran erkenne ich ein seriöses PV-Angebot?
- Es listet Einzelpositionen auf, nicht nur eine Pauschale „PV-Anlage schlüsselfertig".
- Der Zählerschrank ist ausdrücklich geregelt – enthalten oder klar als Option beziffert.
- Gerüst und Zugang sind benannt, nicht als Überraschung offengelassen.
- Die Anmeldung beim Netzbetreiber und im Marktstammdatenregister ist Teil des Angebots.
- Hersteller und Typ von Modulen und Wechselrichter stehen konkret drin – nicht „hochwertige Markenmodule".
Was ist wichtiger: Kaufpreis oder Ersparnis über 20 Jahre?
Eine Anlage, die etwas günstiger war, aber jedes Jahr weniger Ertrag bringt oder deren Betreuung nach acht Jahren nicht mehr existiert, ist am Ende die teurere. Wichtiger als der Preis auf dem Papier ist, was die Anlage über ihre Laufzeit einspart – und ob der Betrieb, der sie gebaut hat, in zehn Jahren noch ans Telefon geht.
Unser Fazit
Eine belastbare Zahl bekommst du erst nach einem Blick auf Dach, Zählerschrank und Verbrauch. Was du sofort tun kannst: dir eine Größenordnung verschaffen und Angebote anhand der Punkte oben vergleichen. Nutze dafür unseren PV-Rechner für eine erste Orientierung oder fordere direkt ein kostenloses Angebot an – wir rechnen dir durch, was bei dir tatsächlich anfällt, inklusive der Posten, die andere gerne weglassen.